Die Integrale Osteopathie stellt ein zentrales Teilgebiet der Somatischen Integration dar und ist ein Weiterbildungsangebot für Osteopathen und Somatische Therapeuten zur systemübergreifenden praktischen Arbeit.
Einzelne Systeme und Bestandteile eines Systems zu untersuchen und zu behandeln fällt meist schon nach den ersten Kursen in der osteopathischen Ausbildung nicht schwer. Bei einfachen und akuten Symptomen ist dieser Ansatz auch oft erfolgreich. Schwieriger wird es bei komplexen und chronischen Symptommustern. Hier müssen alle osteopathischen Systeme in ihrem Zusammenspiel berücksichtigt werden, da sich im parietalen System oft viszerale und craniosacrale Funktionsstörungen als Schmerz klinisch manifestieren und umgekehrt. Zudem kommt es auf Grund der Funktionsweise des Körpers nach den Prinzipien der Statik und Tensegrity über myofasziale Ketten zu Symptomen fernab der ursächlichen Störung.
In der osteopathischen Weiterbildung wird das therapeutische Wissen meist in einzelnen körpersystem-bezogenen Modulen vermittelt. Die Techniken in parietaler, viszeraler und craniosacraler Osteopathie folgen einem Kursaufbau, der die Integration dieser in sich schlüssigen Einzelmethoden oft der Erfahrung des einzelnen Praktizierenden überlässt. So bildet sich bei einer Vielzahl von Praktizierenden im Laufe der therapeutischen Arbeit ein Haupt-Behandlungssystem heraus, und eines oder sogar die beiden anderen Körpersysteme werden vernachlässigt.
In den Kursen der Integralen Osteopathie werden die viszeralen und craniosacralen (somatisches und autonomes Nervensystem sowie Meningen) Komponenten des Körpers mit den myofaszialen Verbindungsketten verknüpft, so dass immer alle drei embryologischen Systeme evaluiert und behandelt werden. Weiterhin werden der Einfluss des autonomen Nervensystems und der Emotionen sowie von Trauma auf Körperstruktur und Körperwahrnehmung und Schmerz behandelt. Mess- und Biofeedbacksysteme für das autonome Nervensystem werden vorgestellt und somit Behandlungserfolge überprüfbar gemacht.
Für jedes dieser Systeme werden sowohl Evaluationsmethoden als auch Techniken vorgestellt und mit den Teilnehmern praktisch geübt.
Hierbei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die gegenseitige Beeinflussung der o. g. Systeme untereinander gelegt.
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